Schönheitskosten / Haartransplantation als Abzugsposten?

Männer mit dichtem, vollem und starkem Haar werden in unserer Gesellschaft als attraktiv, erfolgreich, beliebt und junggeblieben wahrgenommen. Nur: In puncto Verschönerungsmaßnahmen ist der Fiskus relativ streng.

Sollte die Natur Ihr Füllhorn in vollem Umfang ausgeschüttet haben, kann man/frau ja heutzutage durchaus nachhelfen lassen. Bei den daraus resultierenden Kosten könnte man, durch die Steuerbrille geblickt, entweder an au0ergewöhnliche Belastungen oder an Betriebsausgaben bzw. Werbungskosten denken. Ist diesbezüglich etwas „drin“? Wie bei allen im Steuerrecht gestellten Fragen lautet die richtige Antwort: „Es kommt darauf an.“

Bei Schönheitsoperationen ließe sich zur Geltendmachung von Steuervorteilen neben einer beruflichen Notwendigkeit auch mit der Beseitigung eines körperlichen Gebrechens argumentieren. Damit begibt sich der Steuerpflichtige auf die Schiene der au0ergewöhnlichen Belastung. Letzter kürzt zwar – so wie jede Betriebsausgabe – die Steuerbemessungsgrundlage, allerdings mit dem Nachteil, dass der Fiskus im Rahmen einer solchen außergewöhnlichen Belastung einem einkommensabhängigen Selbstbehalt abzwackt.

Aber bis es soweit kommt, muss die Finanz erst überzeugt werden, dass sich die ärztlich durchgeführte Verschönerungsmaßnahme irgendwie unter die Begriffe „Krankheit“ oder „Heilbehandlung“ subsumieren lässt. Krankheit definiert der Fiskus dabei als eine gesundheitliche Beeinträchtigung, die eine Heilbehandlung bzw. Heilbetreuung erfordert. Nicht abzugsfähig sind daher Aufwendungen für die Erhaltung der Gesundheit, eben so wenig Kosten für eine Verjüngungskur, für eine Frischzellenbehandlung sowie für reine Schönheitsoperationen.

Nicht, dass die Steuerzahler nicht immer wieder versuchen würden – und damit meist abblitzen. So stellt z.B. eine Oberschenkelstraffung grundsätzlich keine Methode zur Beseitigung einer Krankheit dar, von der Rechtsprechung wurde auch eine Bauchdeckenstraffung nicht als außergewöhnliche Belastung anerkannt (UFS 24. 3. 2011, RV / 0371-S/10).

Kosmetische Operationen sind laut herrschender Lehre nur dann als zwangsläufig erwachsen anzusehen und als außergewöhnliche Belastung absetzbar, wenn ihre medizinische Erforderlichkeit nachgewiesen wird. Dies ist der Fall bei Wiederherstellung nach Verletzungen, nach Unfällen, bei Verunstaltungen bzw. bei Gefahr psychischer Schäden. Richtschnur für den Fiskus ist häufig, ob die Sozialversicherung zumindest einen Teil der Behandlungskosten übernommen hat.

Haarausfall

Pech für Haartransplantation

Haartransplantationen teilen dasselbe Schicksal. Der Nutzen aus einer Eigenhaarverpflanzung betrifft naturgemäß stets auch die private Lebensführung, weshalb die diesbezüglichen Kosten aufgrund des Aufteilungsverbotes weder als Betriebsausgaben noch als außergewöhnliche Belastung anerkannt werden (UFS, 27. 6. 2008, RV / 202-W/07).
Ausnahmsweise anerkannt werden können Kosten bezüglich des Haarwuchses nur aufgrund einer Krankheit, beispielsweise nach einer Chemotherapie.